Zahl der Arbeitsunfälle zeigt, dass Sicherheitsbeauftragte für jedes Unternehmen wichtig sind

Seit einhundert Jahren gibt es in deutschen Betrieben die “Sicherheitsbeauftragten”, die sich um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit kümmern. Am 20. Oktober 1919 beschloss der Verband der Deutschen Berufsgenossenschaften in allen größeren Betrieben dieses neue Ehrenamt einzuführen – damals hieß es noch Unfallvertrauensmann. Hintergrund dieser Neuerung war die hohe Zahl der Arbeitsunfälle in jener Zeit. Das Jahr 1917 brachte einen traurigen Rekord: 7904 tödliche Arbeitsunfälle wurden aus deutschen Betrieben gemeldet – so viele wie nie zuvor und danach. Wie konnte die Unfallgefahr gemindert werden? Die bereits bestehenden Kontrollen reichten offenbar nicht aus.

Die Beschäftigten eines Betriebes sollten deshalb eine “Vertrauensperson” wählen, die “sich von dem Vorhandensein und der ordnungsgemäßen Benutzung der vorgeschriebenen Schutzvorrichtung fortlaufend überzeugt, vorgefundene Mängel dem Betriebsleiter meldet und aufgrund geschulter Erfahrungen und Beobachtungen selbst Vorschläge zur Verbesserung der Schutzvorrichtungen zu machen. Zudem soll der Sicherheitsbeauftragte auch das Interesse der Mitarbeiter für den Unfallschutz wecken, sowie den mit der Überwachung betrauten staatlichen oder berufsgenossenschaftlichen Aufsichtsbeamten bei Betriebsbesichtigungen zur Seite stehen.

Das Aufgabenspektrum der Sicherheitsbeauftragten hat sich in den letzten 100 Jahren allerdings stark gewandelt – so wie die Arbeitswelt selbst. Stand im Jahr 1919 noch die praktische Unfallverhütung im Mittelpunkt, gewinnen heute Fragen von Gesundheitsschutz und der Verhütung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren an Bedeutung. Neben der fachlichen Qualifikation werden methodische und soziale Kompetenzen immer wichtiger. Aus dem Sicherheitsbeauftragten ist ein Beauftragter oder eine Beauftragte für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geworden.

Geblieben ist bei allem Wandel die besondere Qualität dieses Amtes: Die Sicherheitsbeauftragten sind ansprechbar für Kolleginnen und Kollegen, sie können unmittelbar auf Mängel hinweisen und ihre Ideen für mögliche Verbesserungen einbringen. Für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb sind sie – auch heute – unverzichtbar.

Quelle: www.dguv.de

Sie benötigen weitere Informationen zur Aus- und Weiterbildung von Sicherheitsbeauftragten in Ihrem Unternehmen oder möchten mehr zum Arbeitsschutz wissen? Dann können Sie uns gern telefonisch +49 3441 71 82 75 0 oder per Mail unter info@gerhardt-ingenieure.de kontaktieren. Einen Überblick zu unserem Aus- und Weiterbildungsprogramm finden Sie zudem

 


Die Gefährdungsbeurteilung – Verpflichtend für jeden Arbeitgeber

Beschäftigte haben Anspruch auf einen gesunden und sicheren Arbeitsplatz. Daher muss in jedem Unternehmen regelmäßig und anlassbezogen eine Gefährdungsbeurteilung stattfinden. Die Verantwortung und Aufgaben der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers sind im Arbeitsschutzgesetz verankert und in der DGUV Vorschrift 1 zur Unfallverhütung näher geregelt. Gemäß Arbeitsschutzgesetz und der Berufsgenossenschaftlichen DGUV-Vorschrift 1 ist der Arbeitgeber verpflichtet, für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz zu sorgen. Arbeitsschutz ist immer Chefsache!

Die Gefährdungsbeurteilung ist Planungsgrundlage für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb und ein wichtiges Führungsinstrument, um den verantwortlichen Umgang mit dem Thema Arbeitsschutz verlässlich zu gestalten und zu dokumentieren. Die grundlegenden Fragen sind: Was kann die Sicherheit und Gesundheit Ihres Teams bei welchen Tätigkeiten gefährden? Und wie lassen sich Sicherheit und Gesundheit gewährleisten?

Rechtzeitig erkannte Gefährdungen und geeignete Maßnahmen verhindern Störungen im Betriebsablauf und vermindern wirtschaftliche Verluste, senken unfall- und krankheitsbedingte Ausfälle der Beschäftigten, tragen zur Qualitätssicherung bei und verbessern die Arbeitsbedingungen. Das wiederum motiviert Mitarbeitende und erhöht die Leistungsbereitschaft.

Das wichtigste Instrument zur Umsetzung dieser Verpflichtung ist die Gefährdungsbeurteilung. Die Gefährdungsbeurteilung kann vom Arbeitgeber selbst oder von zuverlässigen und fachkundigen Personen, die gesondert damit beauftragt werden, durchgeführt werden. Eine Beauftragung sollte immer schriftlich erfolgen und genau beschreiben, welche Aufgaben und Kompetenzen übertragen werden. Die rechtliche Verantwortung für die Beurteilung bleibt aber in jedem Fall beim Arbeitgeber. Er ist verpflichtet, die Durchführung zu kontrollieren.

Zum Thema bieten auch wir Seminare für Sie an. In diesen zeigen wir Ihnen die Vorgehensweise, bei der Ermittlung arbeitsplatzspezifischer Gefährdungen, der Risikobewertung sowie der Ableitung von Schutzmaßnahmen auf. Nach dem Besuch der Veranstaltung kennen Sie die gesetzlichen Bestimmungen des Arbeitsschutzes und die Herangehensweise an eine Gefährdungsbeurteilung.

Sie benötigen weitere Informationen? Dann können Si euns gern telefonisch +49 3441 71 82 75 0 oder per Mail unter info@gerhardt-ingenieure.de kontaktieren.